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EQUISTONE NEWS | Oktober 2020

Bei unseren Gesprächen mit Unternehmern und Führungskräften merken wir, dass aus gutem Grund heute noch mehr Wert auf Sicherheit und Vertrauen gelegt wird, als es schon früher der Fall gewesen ist. Wer bei seinen Investments Herausforderungen von Anfang an mit einplant und die Partnerunternehmen stabil aufstellt, der signalisiert Verlässlichkeit. Wer dann in einer Situation von unvorhergesehener Intensität ein Höchstmaß an Unterstützung bietet und besonders eng mit den Management-Teams gegensteuert, kann Unternehmer und Investoren noch einmal mehr überzeugen. 

Wir haben auch in Zeiten von eingeschränktem persönlichen Kontakt enger denn je mit unseren Portfoliounternehmen zusammengewirkt, uns telefonisch und „virtuell“ ausgetauscht und gemeinsam hoffentlich für jedes einzelne Portfoliounternehmen das individuell Richtige bewegt. 

Zwei Beispiele aus unserem Portfolio stellen wir Ihnen in diesem Newsletter vor: RENA Technologies, Spezialist für nasschemische Oberflächenbehandlung, setzt seinen Expansionskurs mit einem Add-on in Österreich fort, und Omnicare, pharmazeutischer Großhändler von onkologischen Fertigarzneimitteln, baut seine hervorragende Marktposition weiter aus (mehr dazu in unserer Case Study).

Weiter informieren wir Sie über Neuerungen in unserem Münchener Team und zum Launch unseres Magazins „Equistone Platform“ als Online-Ausgabe.

Eine informative Lektüre und weiterhin viel Widerstandskraft in diesen herausfordernden Zeiten wünscht Ihnen

Ihr 


Dirk Schekerka

Portfolio Update

RENA Technologies auf globalem Expansionskurs

In Zeiten von Covid-19 das eigene Unternehmen auf Kurs zu halten und zeitgleich die langfristige Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren, war für viele Management-Teams in den vergangenen Monaten eine der großen Herausforderungen, die es zu meistern galt. Unserem Portfoliounternehmen RENA Technologies ist dies erfolgreich gelungen: Mit einem überdurchschnittlichen Wachstum ist der Schwarzwälder Technologie-Spezialist gut durch die Covid-19-Situation gekommen und hat auch in puncto Zukunft seine Weichen auf Expansion gestellt.

Mit der RENA-Gruppe hat sich Equistone Anfang 2019 an einem weltweit führenden Hersteller für Anlagen zur nasschemischen Oberflächenbehandlung beteiligt. Die hochwertigen Produkte der Unternehmensgruppe mit Sitz in Gütenbach im Schwarzwald werden in zukunftsweisenden Anwendungsfeldern wie Halbleiter & Wafering, Erneuerbare Energien, Spezialgläser, Batterien & Energiespeicherung sowie im Bereich Medizintechnik eingesetzt. Mit der Akquisition von Hirtenberger Engineered Surfaces (HES) tätigt RENA nun den nächsten Schritt in seiner dynamischen Wachstumsstrategie: Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hirtenberg bei Wien hat seinen Schwerpunkt auf der gepulsten elektrochemischen Oberflächentechnik und zählt mit seinen rund 30 Mitarbeitern als Spezialist für die Nachbehandlung von im 3-D-Druck hergestellten Metallteilen. Mit dem neuen, wachstumsstarken Marktsegment Additive Manufacturing (AM) ergänzt HES künftig das Leistungsportfolio von RENA: Im Mittelpunkt steht dabei die Einbettung des Prozess-Know-hows sowie der HES-Technologie „Hirtisieren“ als Kernstück der neuen RENA-Technologie in die globale Unternehmensstruktur der Gruppe.

Neben der Erweiterung des Portfolios setzt das Schwarzwälder Technologieunternehmen auch seinen geografischen Expansionskurs fort: Mit der durch die Übernahme von HES neu begründeten RENA Technologies Austria (RENA AT) und der Umfirmierung der im Dezember 2019 akquirierten MEI Wet Process Systems & Services LLC zu RENA Technologies North America (NA) verstärkt die Unternehmensgruppe ihre Zugänge zu den bedeutenden Märkten Europa und Nordamerika. So soll RENA AT künftig als Zentrale der Aktivitäten im neuen Marktsegment Additive Manufacturing sowie als Technologie- und Entwicklungszentrum für alle Schwerpunkte der elektrochemischen Oberflächennachbearbeitung fungieren. Die Integration von RENA NA folgt der globalen Diversifizierungsstrategie des Produkt- und Dienstleistungsportfolios der Unternehmensgruppe und soll die Präsenz sowie den Zugang zum bedeutenden US-amerikanischen Markt für die gesamte Produktpalette von RENA weiter stärken.

„RENA hat in den vergangenen Jahren eine unglaubliche Entwicklung durchlebt und das nicht nur in Bezug auf ihr finanzielles Wachstum – auch bei der Diversifizierung hat das Unternehmen große Schritte gemacht. Mit dem Aus- und Aufbau der beiden Standorte in Europa und Nordamerika wollen wir den Expansionskurs der Gruppe gemeinsam mit dem Management-Team noch einmal bedeutend vorantreiben“, erklärt Investment Director David Zahnd.

Case Study: Omnicare – Bestens vernetzt für die bestmögliche Versorgung von Krebspatienten

Die bestmögliche Versorgung von Krebspatienten ist eine der anspruchs- und verantwortungsvollsten Aufgaben im Gesundheitsbereich. Vor allem die Möglichkeit, die Therapie ambulant in lokalen onkologischen Praxen durchzuführen, trägt einen wesentlichen Anteil zur Patientenzufriedenheit und damit zum Therapieerfolg bei. Diese Art der ambulanten Therapie erfordert, dass die Versorgung der Praxen mit Medikamenten sichergestellt ist, die von darauf spezialisierten Apotheken patientenindividuell hergestellt werden.

Diese Versorgung übernimmt das Unternehmen Omnicare mit Hauptsitz in Unterföhring bei München sowie weiteren Standorten in Köln und Calw. Mit mehr als 190 Mitarbeitern ist Omnicare ein deutschlandweit tätiger, führender pharmazeutischer Großhändler, der sich auf den Vertrieb von Fertigarzneimitteln für die patientenindividuelle Herstellung von Krebsmedikamenten spezialisiert hat. Seit der mehrheitlichen Beteiligung von Equistone im Oktober 2019 hat Omnicare seine exzellente Positionierung auf dem deutschen Markt noch weiter ausgebaut und verschiedene Maßnahmen zur Steigerung des organischen Wachstums angestoßen.

Das 2002 gegründete Unternehmen hat sich zu einem der zentralen Player am deutschen Markt für onkologische Fertigarzneimittel entwickelt: Aufgrund seiner hervorragenden Positionierungs- und Vermarktungskompetenzen verfügt Omnicare über ein breites Netzwerk an Lieferbeziehungen zur Mehrheit der Apotheken in Deutschland und ist gleichzeitig einer der wichtigsten Großhandelspartner für führende Pharmaunternehmen. Außerdem sollen die internen Prozesse des Unternehmens noch weiter verbessert und der Grad der Professionalisierung noch einmal erhöht werden, unter anderem durch die Einstellung eines Chief Compliance Officers (CCO).

Zusätzlich zur Lieferung von Fertigarzneimitteln bietet Omnicare außerdem eine Reihe an Dienstleistungen für hochspezialisierte Apotheken und Arztpraxen an, um diese in Bereichen wie der Qualitätssicherung, der Überwachung von Reinraumhygiene sowie bei der Aus- und Weiterbildung ihres Fachpersonals zu unterstützen und damit die wohnortnahe, ambulante Versorgung von Krebspatienten zu verbessern.

Zu diesem Zweck hat Omnicare im Jahr 2019 sein Dienstleistungsportfolio auf Basis langjähriger Erfahrung und direkter Einblicke aus der Praxis zur „Omnicare-Qualitätsoffensive“ ausgeweitet. Aktuell nehmen bundesweit bereits 40 spezialisierte Apotheken an der Initiative Teil, deren Ziel es ist, die anspruchsvollen Qualitätsstandards für die Herstellung von patientenindividuellen Krebsmedikamenten noch weiter auszubauen. So soll ein Höchstmaß an Qualität und Hygiene gewährleistet werden. Dafür senden die teilnehmenden Apotheken regelmäßig Laborproben an eine zentrale, von Omnicare bereitgestellte Monitoring-Datenbank, welche die Proben auswertet und den Apotheken detaillierte Hygieneberichte zurückspielt. Außerdem findet alle zwei Jahre eine Laborprüfung durch speziell dafür ausgebildete Omnicare-Mitarbeiter statt – zusätzlich zu den behördlichen Qualitätsuntersuchungen und zum Großteil mit Standards, die die gesetzlichen Anforderungen sogar noch übertreffen. Die Qualitätsoffensive soll auch in den kommenden Jahren noch weiter ausgebaut werden, unter anderem durch den Gewinn weiterer Partnerapotheken sowie die weitere Verbesserung der Dienstleistungen und unterstützenden Maßnahmen.

Zudem unterhält Omnicare das „Deutsche Onkologische Netzwerk“, einen Verband führender Onkologie-Praxen in Deutschland mit dem erklärten Ziel, diese im Sinne des Patienten strukturell zu stärken und weiterzuentwickeln. Seit der Gründung des Netzwerks im Jahr 2018 hat Omnicare es kontinuierlich ausgebaut – dieser Prozess soll nun mit Unterstützung durch Equistone weitergeführt werden, unter anderem durch eine prominentere Platzierung des Netzwerks als Marke am deutschen Markt sowie Zukäufe auf Basis von Minderheitsbeteiligungen in angrenzenden Bereichen, beispielsweise bei Medizinischen Versorgungszentren (MVZs).

Oliver Tamimi, Geschäftsführer von Omnicare, zur Entwicklung des vergangenen Jahres: „Durch die Partnerschaft mit Equistone konnten wir eine Reihe an Maßnahmen umsetzen, die es uns ermöglicht haben, unsere Position am Markt noch einmal zu verbessern. Im vergangenen Jahr konnten wir beispielsweise unser Jahresbudget – trotz der Herausforderungen, die durch die Covid-19-Krise teilweise auf Lieferantenseite auftraten – deutlich übertreffen. Diese Dynamik wollen wir auch in Zukunft beibehalten, um die Versorgung von Krebspatienten mit onkologischen Medikamenten weiterhin kontinuierlich zu verbessern.“

Julia Lucà, Investment Director bei Equistone, ergänzt: „An Omnicare hat uns von Anfang an die exzellente Vernetzung und Positionierung im Markt sowie die umfassende fachliche Expertise der Mitarbeiter und des Management-Teams überzeugt, auf der das breite Angebotsportfolio von Omnicare aufbaut. Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam alle Weichen auf Wachstum gestellt und wollen das Unternehmen nun dabei unterstützen, seine Marktposition sowie die ,Omnicare-Qualitätsoffensive‘ und das ,Deutsche Onkologische Netzwerk‘ weiter auszubauen.“

Equistone intern

Mit Juni 2020 ist Julia Lucà (geb. Brunswicker) zum Investment Director von Equistone Deutschland befördert worden. Bereits seit März 2019 begleitete sie als Investment Managerin gemeinsam mit ihren Kollegen aus dem Münchener Büro unsere Transaktionen im DACH/NL-Raum. Vor ihrem Eintritt bei Equistone war Lucà als Senior Investment Manager bei der Deutschen Beteiligungs AG tätig.

„Eine starke Partnerschaft mit den Portfoliounternehmen steht im Fokus von Equistone – und gerade in herausfordernden Zeiten gewinnt diese Partnerschaft noch einmal mehr an Bedeutung. Ich freue mich, die Beziehungen mit unseren Portfoliounternehmen in meiner neuen Verantwortung weiter auszubauen“, so Julia Lucà.

Seit August 2020 verstärkt Christoph Wüstemeyer als neuer Investment Manager das Münchener Team von Equistone Deutschland. Vor seinem Wechsel schloss er einen MBA an der Harvard University ab und sammelte mehrere Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Positionen – unter anderem im Beteiligungsgeschäft bei The Carlyle Group und einem Mittelstandsfonds mit Fokus auf Medizintechnik und industrielle Technologieunternehmen, sowie als Unternehmensberater für Bain & Company.

Christoph Wüstemeyer ergänzt: „Ich freue mich sehr, Teil von Equistone Deutschland zu sein und gemeinsam mit meinen Kollegen die Portfoliounternehmen bei der Realisierung ihrer Projekte und Wachstumsziele zu unterstützen.“

PLATFORM+

Noch mehr Hintergründe und News aus der Equistone-Welt

„Equistone Platform“ ist ein länderübergreifendes Magazin, das unsere Partner und Freunde seit mehreren Jahren regelmäßig mit Hintergrundgeschichten zu Märkten und Portfoliounternehmen sowie mit News aus unserem Haus versorgt. Bislang erschien das englischsprachige Heft ausschließlich in gedruckter Form – mit „Platform+“ stehen ausgewählte Inhalte der Printversion nun auch online zur Verfügung, ergänzt um exklusive Webinhalte. Den Auftakt macht unter anderem ein Videointerview mit Senior Partner und Chief Investment Officer Oskar Schilcher dazu, wie Equistone die Krise gemeinsam mit seinen Partnerunternehmen meistert.